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We love Hamburg – unser erster Städtetrip mit Kind

Endlich haben wir es geschafft unseren lang geplanten, viertägigen Kurzurlaub in Hamburg anzugehen. Und ich habe mich direkt in diese schöne Stadt verliebt, mit ihren Speichern, Häfen, Brücken und den herzenswarmen Menschen. Auch für Kinder hat diese Stadt eine Menge zu bieten, vieles auf das wir im Vorfeld nie gekommen wären.

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Eine Städtetrip stand schon lange wieder auf meine To-Do-Liste. Allerdings war ein mehrtägiger Ausflug in die Großstadt mit Baby oder Kleinkind für mich bislang  eine Horrorvorstellung, die meinen Stresspegel noch oben schnellen ließ, vergleichbar der Abiprüfung oder einem Zahnarztbesuch mit Aussicht auf neue Füllung. Mittlerweile ist das Löwenmädchen 6 Jahre alt, braucht keinen Mittagsschlaf mehr, isst fast alles, was wir ihr vorsetzen und kann lange Strecken am Stück laufen, ohne auf den Arm oder die Schultern genommen werden zu wollen. Also das perfekte Alter für einen Städtetrip.

Tag 1

Am Dienstag sind wir ganz entspannt um elf Uhr losgefahren, denn unser Zimmer war erst ab 14 Uhr bezugsfertig. Wir haben ein Hotel direkt im Zentrum nahe des Hauptbahnhofs gewählt, was sich als genau richtig herausgestellte, aber dazu später mehr. Das Eleazar gehört zu einer größeren Hotelkette. Bis auf das etwas kleine Zimmer waren wir sehr zufrieden. Das Frühstück war gut, die Zimmer sehr gepflegt und eine Tiefgarage vorhanden. Die Leute, die sich vor dem Hotel tummelten, waren etwas speziell, aber ich habe mich zu keinem Zeitpunkt unsicher gefühlt. So ist die Großstadt eben und besonders in Bahnhofsnähe gibt es immer schräge Gestalten. Nachdem wir das Zimmer provisorisch eingeräumt haben, sind wir gleich in die Innenstadt gezogen. Die Mönckebergstraße beginnt direkt hinter dem Bahnhof und lädt zum Bummeln und Geld ausgeben ein. Allerdings waren Mr. U. und das Löwenmädchen nicht in Shoppingslaune, so dass wir im Eiltempo durch die Straße gerannt sind. Es ging direkt weiter zum Jungfernstieg, wo wir uns einen Kaffee an der Alster gönnten. Wir waren noch etwas planlos, und hatten keine genaue Vorstellung, was wir noch machen wollten. Es dauert doch immer einige Zeit ehe ich mich in einer Stadt zurechtfinde. Aber in Hamburg ging das recht flott. Ich konnte mich am Hamburger Michel und dem Rathaus orientieren, die ich auch gut aus der Entfernung sehen konnte. So sind wir dann den restlichen Nachmittag durch die Straßen geschlendert und ich habe mir – trotz Widerstand der Familie  – einige Geschäfte von innen angeschaut. Abends sind wir dann in einem kleinen italienischen Restaurant in der Nähe des Hotels eingekehrt. Das Casa di Roma bietet eine gute Küche zu fairen Preisen.

Tag 2

Am Mittwoch stand ein volles Programm auf dem Plan. Nach dem Frühstück ging es gleich zum Hafen. In gemütlichen Tempo haben wir vom Hotel 45 Minuten gebraucht. An den Landungsbrücken angekommen, wollten wir nun die Stadt vom Wasser aus erkunden. Wegen der Ebbe und Flut werden die Hafenrundfahrten zu speziellen Uhrzeiten angeboten. Also sind wir gleich vormittags während der Ebbe gefahren, um die Speicherstadt vom Wasser aus sehen zu können. Die Fahrt mit einer Barkasse ist der perfekte Einstieg für einen Hamburgtrip.

IMG_7057Wir haben jede Menge Tipps und Informationen für weitere Ausflugsziele bekommen, auf die wir allein nicht gekommen wären, wie zum Beispiel den alten Elbtunnel, den wir noch am gleichen Tag besuchten.
Der Eingang liegt gleich hinter den Landungsbrücken und das Beste, er kann kostenlos besichtigt werden. Da wir ein mal in Hamburg waren, wollte ich gern auch einen kurzen Blick auf die Reeperbahn werfen. Natürlich hielten wir uns nur im den jugendfreien Bereichen auf, aber die Bilder von halbnackten Frauen waren doch überall präsent. Das Löwenmädchen fragte auch kurz nach deren Sinn, gab sich dann aber mit der Antwort zufrieden, dass sich Männer gern mal solche Bilder ansehen.

IMG_7041Nach kurzem Blick auf die Davidwache und die schillernden Lichter der Reeperbahn mussten wir zurück zum Hotel, um uns für das Musical am Abend fertig zu machen. Da wir nun schon einige Kilometer zu Fuß unterwegs waren, im Anschluss direkt wieder zu den Landungsbrücken zurück mussten und das Auto nicht unbedingt aus der Tiefgarage holen wollten, kauften wir uns ein Tagesticket für die U-Bahn, bei dem Kinder sogar kostenlos mitfahren dürfen. Für das Löwenmädchen war die U-Bahn, die gleichzeitig eine Hochbahn ist (sie fährt sowohl über als auch unter der Erde) das absolute Highlight unseres Trips. Das König der Löwen Musical am Abend fand sie aber auch großartig. Vom Hotel bis zu den Landungsbrücken brauchten wir mit der U-Bahn nur 15 Minuten. Dort ging es dann mit der Fähre weiter  über die Elbe. Um von den Landungsbrücken zur Musicalhalle zu gelangen, fahren mehrere Fährschiffe die Gäste kostenlos über das Wasser. Auch auf dem Rückweg standen genug Fähren bereit, um alle Besucher schnell zurückzubringen.

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Das Musical war einfach umwerfend. Großartige Darsteller, beeindruckende Kulissen und wunderschöne Musik. Leider konnte ich die Aufführung nicht durchgängig genießen, da der Krümel in meinem Bauch die Sitzposition oder die laute Musik nicht mochte. Mir war speiübel und ich musste kurzzeitig darüber nachdenken, wie ich dezent aus der Situation herauskomme. Wie gerufen, kam dann eine Pause und ich konnte mich an der frischen Luft erholen. In der zweiten Hälfte durfte ich mich wieder entspannt zurücklehnen und genießen. Das Löwenmädchen amüsierte sich prächtig. Dank ihrer herzhaften Lachanfälle hatten auch die Gäste um uns herum ihren Spaß. Mit sechs Jahren ist das Löwenkind im perfekten Alter für einen Musicalbesuch. Vorher hätte sie wohl nicht so lange stillsitzen und die Lautstärke der Show vertragen können. Aber das ist auch von Kind zu Kind unterschiedlich. Um halb zehn war die Aufführung vorbei und dank Fähre und U-Bahn saßen wir bereits um zehn Uhr wieder in unserem Hotelzimmer.

Tag 3

Am dritten Tag fühlten wir uns fast schon heimisch in Hamburg und wollten uns die Speicherstadt und die neue Hafencity genauer ansehen. Hier gibt es einige Museen, eine lange Uferpromenade und natürlich die Elbphilarmonie. Der Kapitän unserer Hafenrundfahrt am Vortag hatte uns das Zollmuseum empfohlen, welches am Eingang der Speicherstadt liegt.

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Neben der Geschichte des Zolls gab es auch einige kuriose Schmuggelgeschichten  und ein Zollschiff zu entdecken. Für nur 2 € Eintritt (Kinder sind kostenfrei) ist ein Besuch absolut empfehlenswert! Im Anschluss stand eigentlich das Miniaturwunderland auf dem Plan, aber das Wetter war so wunderschön, dass wir uns doch lieber für einen Spaziergang durch die Speicher entschieden.

IMG_7141Nach einem Fischbrötchen-Imbiss standen wir vor der Elbphilarmonie, die ich so gern auch von innen sehen wollte, tatsächlich war ein Besuch  möglich.
Also holten wir an der Kasse (sogar kostenlos) eine Karte, mit der wir uns eine Stunde lang die öffentlichen Bereiche der Elbphilarmonie ansehen durften. Leider gehörten die Konzertsäle nicht dazu. Dafür entschädigte uns der Blick über die Hamburger Skyline auf den Terrasen, die komplett um die Elbphilarmonie führen. Die Aussicht, die wir bei strahlendem Sonnenschein genießen durften, reicht von der Hafencity über die Speicherstadt bis zu den Landungsbrücken.

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Vor der Elbphilarmonie machten wir ein kleines Picknick mit Hafenblick und einem kostenlosen Konzert von Anna Depenbusch, die dort ein Musikvideo drehte. Nach der kurzen Pause zogen wir weiter Richtung Landungsbrücken und entdeckten auf dem Weg einen kleinen Spielplatz, an dem das Löwenmädchen natürlich nicht vorbeikam. Nach einer Stunde schaukeln, rutschen und toben zogen wir Richtung Alster weiter, um dort noch ein paar Sonnenstrahlen zu genießen. Dann ging es am Abend mit dem Auto nach Altona, wo wir uns mit einem Freund zum Abendessen verabredet hatten. Und schon war der dritte Tag wieder vorbei.

Tag 4
Am Freitag habe ich Mr. U. und das Löwenmädchen vor der Abreise zu einem Besuch auf dem Isermarkt überredet. Nach einem ausgiebigen Frühstück machten wir uns auf den Weg. Geschlagene 30 Minuten suchten wir einen Parkplatz, um dann etwa die gleiche Zeit über den Markt zu schlendern. Ich liebe diese bunten Wochenmärkte.

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Der Isermarkt wirkt auf den ersten Blick etwas unscheinbar, denn er liegt direkt unter einer Hochbahntrasse. Aber er zieht sich über mehrere hundert Meter und bietet neben frischen Obst, Gemüse und Fisch auch verschiedene Handelswaren und Einzelstücke. Wir deckten uns mit Obst, Gemüse und Blumen ein. Da wir leider keine Kühlbox dabei hatten, verzichteten wir auf den frischen Fisch. Notiz an mich: Nächstes Mal unbedingt an die Kühlbox denken!

Und so schnell war unser Kurzurlaub vorbei. Aber es steht fest – Hamburg, wir sehen uns wieder! Dann wahrscheinlich zu viert.